Nextcloud für eine Schule - wie Datenverlust vorbeugen

Hallo Experten,

ich bin an einer größeren Schule tätig, die gerade den Einsatz eine Lernplattform diskutiert. Als großer Fan von OpenSource-Lösungen habe ich die Nextcloud in die Diskussion geworfen. Ich betreue (von einem Förderverein für 5EUR/Monat) eine Nextcloud bei einem deutschen Hoster und mittlerweile gibt es eine ansehnliche Zahl Kolleginnen und Kollegen die die Funktionen dieser Nextcloud nicht mehr missen möchten. Im Rennen OpenSource gegen die Dienste amerikanischer Firmen steht es also momentan bei uns nicht schlecht. :o)

Jetzt ist aber folgendes passiert. Irgendwie (durch Ausprobieren von Apps und Diensten bin ich sicherlich nicht schuldlos) funktioniert unsere Nextcloud nicht mehr und ist seit vier Tagen nicht mehr erreichbar. Der Anbieter wurde von mir schon mit Support-Tickets und Anrufen traktiert und der tut auch sein Möglichstes - aber bisher erfolglos. Momentan keine Nextcloud. Das passt mir natürlich gar nicht. Momentan stehen wir mit heruntergelassenen Hosen da …

Meine Sorge ist jetzt: Wenn wir uns als Schule mal irgendwann offiziell FÜR eine Nextcloud entscheiden - worauf ich seit langem hinarbeite - wie sichern wir uns da gegen den Totalausfall ab? Gibt es Anbieter, die auch für die Datenbank ein Backup anbieten? So, dass nicht nur das Datenverzeichnis, sondern auch z.B. die Userdatenbank gesichert wird? Gibts hier Erfahrungen damit? Wie macht IHR das? Was würdet ihr raten?

Danke und viele Grüße,
virgul.

es spricht doch nichts dagegen, selbst aktiv zu werden und zumindest jede nacht ein backup der datenbank selbst zu ziehen - und das irgendwohin auszulagern.

darüber hinaus… ihr seid eine bildungseinrichtung - fragt doch mal unverbindlich bei nextcloud an, in wie weit die euch einen sonderpreis machen würden. ich habe gehört, dass bildungseinrichtungen große aussichten auf sonderpreise haben.
und: fragen kostet nix. ihr könnt ja im zweifel immer noch “nein” sagen.

Hallo Jimmy,

tja, also ich habe keinerlei root-Passwort oder sowas. An die Datenbank komme ich nicht dran. Ich habe lediglich die Adresse und ein admin-Passwort bekommen. Ich zahle ja auch nur 5 EUR pro Monat. Oder könnte ich das trotzdem irgendwie machen?

Wegen dem Hinweis einer Anfrage: Nextcloud - habe ich soeben gemacht! :o) Mal sehen, was draus wird. Die kleene Nextcloud ist wahrscheinlich in falschen Händen, ich vermute da müssen Profis ran.

Danke für deine Antowrten

Ich denke die wichtigste Frage habt ihr euch noch gar nicht gestellt oder du hast vergessen es zu schreiben. Es ist nämlich die Frage, ob der Server bei euch in der Schule stehen soll oder irgendwo auf deutschem Boden. Auch solltest du immer im Hinterkopf haben, dass es spezielle Bildungsserver wie z. B. IServ ( https://iserv.eu ) und bestimmt auch andere gibt.

Wenn man sich nun seine Nextcloud selbst in die Schule stellen will, so muss man sich vor allem um Skalierung, Backup und Restore Gedanken machen. Entweder macht man es selbst oder wenn man es machen lässt, kann auch das teuer werden. Umgekehrt hat man nur Fixkosten und keine monatlichen Kosten je Benutzer. Um das tägliche Backup muss man sich natürlich auch kümmern. Auch benötigt man eine entsprechende Internet-Anbindung.

Wenn man sich dafür entscheidet seine Nextcloud irgendwo in Deutschland (erst mal) hosten zulassen (Umzug jederzeit möglich), so gibt es diverse Nextcloud-Provider. Diese haben den Vorteil, dass sie nicht nur stark skalierbar sind, sondern auch je nach Vertrag Sicherheitskopien anfertigen. Am Ende kostet das alles jedoch auch Geld und wenn man versucht Nextcloud mit den kostenlosen Produkten von den großen US-Unternehmen zu vergleichen, wird es immer teurer abschneiden. Wobei Firmen zahlen im übrigen schon Geld für US-Cloud-Anbieter … das wissen viele nur scheinbar nicht. Sie können nur ihre kostenlosen Angebote damit quersubventionieren.

Es gibt aber viele Angebote bzgl. Nextcloud-Hosting.
Hier mal ein Rechner eines Anbieters: https://get.edudocs.org/de/preise
Kannst ja mal schauen, was es deiner Schule dort monatlich kosten würde.
Soll nur ein Beispiel sein. Andere Kalkulationen gehen nur pro Benutzer und Monat.

Vielleicht gibt es ja auch für deine Stadt, Landkreis, Bundesland irgendeine Cloud, die man kostengünstig verwenden kann. Z. B. Niedersachsen https://niedersachsen.cloud

Eine Präsentation falls du sowas brauchst:

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@devnull

gerade niedersachsen und schulserver ist ein schwieriges thema… gibt es eben diese konkurrierenden systeme … iserv und niedersachsen.cloud.
ich habe auf iserv ein bisschen rumgeschaut - es ist eine ziemlich simple lösung. so ein horde-ähnliches teil mit einer bbb-integration. byod? verknüpfungen mit whiteboards usw… alles noch nicht ausgereift. dennoch arbeiten schulen schon damit.
achja… es gibt dann ja auch noch die deutschland cloud, die auf nc basiert.

und dann gibt es natürlich auch noch die selbsthoster… die mit OC,NC oder gar UCS arbeiten. das müsste aber zunächst alles mal installiert werden. auf hosterebene oder gar vor ort auf eigener hardware.

@virgul
kommst du auf die kommandozeile bei deinem hoster oder nicht?
hast du schon mal die app ncbackup ausprobiert (ebenso wie occweb)?

5€/monat klingt verführerisch günstig aber die einschränkungen könnten zu rigoros sein, vor allem, wenn ihr die ganze schule (und somit 100e nutzer) damit ausstatten wollt.

ich installiere immer mit meinen playbooks. wenn ich mal was testen will, habe ich in ca. 10-20 min eine test installation.

richtig konfiguriert, ist auch immer ein automatisches backup dabei. hier nochmal beschrieben.

das backup macht man im echten leben dann auf cloud storage bei einem zweiten anbieter. da die backup daten verschlüsselt sind, habe ich auch keine probleme mit amerikanischen anbietern.

wenn ihr aber keine “it abteilung” habt, sondern der kunstlehrer das freitags nachmittags nebenher macht, würde ich da nicht zu raten.

gegenfrage: wer soll die nextcloud alles nutzen? alle schüler? wie sieht dann euer user management aus? zentrales ldap? zugänge bei einschulung einrichten, beim verlassen der schule automatisch sperren?

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Zur Niedersachsen-Cloud. Auf irgendeiner Grafik habe ich auch die mögliche Anbindung zu IServ per SSO gesehen. Nextcloud war dort aber nicht aufgeführt.

Ich bin auch Schuladmin in Niedersachsen und betreue eine iServ Installation. Ich habe aber auch einen eigenen Server im Regal stehen auf dem Nextcloud läuft.
Auch wenn ich Nextcloud für meine privaten Zwecke sehr schätze und ich ohne sie inzwischen relativ aufgeschmissen wäre, würde ich als Schullösung immer zu IServ greifen. Nextcloud ist eine Lösung die eher auf Firmen und Behörden und deren Bedürfnisse zugeschnitten ist. IServ ist speziell für Schulen gemacht und das merkt man sehr stark. Man darf auch nicht vergessen, dass in iserv zusätzlich auch noch ein kompletes software deployment system eingebunden ist, was Nextcloud überhaupt nicht bietet. Der Support von IServ ist 1a. IServ ist in vielerlei Hinsicht nicht perfekt, ich rege mich auch jeden Tag darüber auf, aber wenn wir in der Schule zu Nextcloud wechseln würden, würde ich meiner Schulleitung sagen, dass die Administration wer anders übernehmen soll, weil das würde ich mir nicht ans Bein binden.

Nextcloud ist sehr gut, aber in diesem Fall gibt es einfach bessere Lösungen.

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ich kann das nur aus userseite beurteilen. was noch alles möglich ist mit iserv? weiß ich nicht.
und nein, softwaredeployment kann nc nicht. will es bisher auch nicht.

offenbar genügt den ansprüchen deines kollegen von oben eine nc für die schule (je nachdem, was man leisten möchte)

aber hey, wenn du privat ne nc hast und im dienst iserv, konntest du die beiden instanzen miteinander verbinden? also nicht nur theoretisch…
falls ja: wie?
ich habe den eindruck, dass iserv es mit den implementierten standards nicht ganz so genau nimmt…

Klar. Jeder soll nehmen was ihn/sie glücklich macht. Ich weiß halt nur, wie es in einer Schule läuft und was nötig ist, von daher mein Kommentar. Und ja, ich hatte auch ursprünglich ernsthaft über Nextcloud in der Schule nachgedacht, wurde dann aber eben aus oben genannten Gründen etwas anderes - weil ich mir die gleichen Fragen wie Op gestellt habe.

Man kann die beiden in Grenzen miteinander verknüpfen, da beide z.B. die verschiedenen DAV-Standards so unterstützen, dass es tatsächlich funktioniert (ist ja bei DAV-Dingen immer so eine Sache…). Habe ich bei mir auch so laufen

Die Diskussion kommt mir bekannt vor. ich habe unter klasseimnetz.de ein ähnliches Projekt gestartet. aus der Not

  • nen NC auf nem IONOS hosting hochgefahren
  • Lehrer + Schüler in Gruppen organisiert
  • Public Filedrops für Aufgabenrückläufer
  • Appointments-App für Video Konferenzen
  • Impersonate-App für Support der Lehrer

…aber ist das wirklich der richtige Weg? mM nicht.
Für diesen Business Case fehlt ein zentraler Baustein im NC: ein echter Workflow/App.

  • Lehrer definiert Aufgaben(Task, oder Deck?)/Fragen(Forms)/ein PDF/ein Arbeitsblatt(Onlyoffice)
  • Publiziert es an alle Teilnehmer der Klassengruppe
  • Schüler quitieren den Erhalt
  • Schüler quitieren die Fertigstellung/reichen das Dokument zurück
  • Lehrer haben eine einfache Übersicht über die KPIs
  • Schüler haben ein Aufgaben-Dashboard

Dieser Teil fehlt. Ich habe das Konzept für eine App skizziert, aber es fehlt die Zeit.
Dies ist mM der Punkt, in dem Echte Schul-Clouds den Vorsprung haben.
…meine persönliche Meinung…

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Das mit den Aufgaben ist ein wichtiger Punkt, aber es geht auch noch um anderes. In Schulen wird auch noch an anderer Stelle Verwaltungssoftware eingesetzt (Schüler, Stundenplan, Schulbibliothek, etc.) Da gibt es in Nextcloud keinerlei Automatismen, die einen Datenaustausch mit diesen Plattformen ermöglichen und dann vor allen Dingen deren Daten dann auch automatisiert weiterverarbeiten (z.B. Schülerdaten importieren, daraus direkt Klassengruppen mit eigenen Dateibereichen, Kalendern, Mailinglisten, etc. erstellen und das ganze dann mit der Bibliotheksausleihe verknüpfen). Da eine Schule jedes Jahr mehrere hundert Benutzer neu einpflegen/löschen muss und dann den Rest umtopfen muss (ebenfalls mehrere hundert bis tausend) ist das per Hand nicht zu machen.

Wenn man nur etwas für Lehrer will, ist Nextcloud noch benutzbar. Sobald Schüler dazu kommen sollen, sieht es schon sehr viel anders aus.

Hallo,
das stimmt. das initiale Setup. Dies lässt sich aber “relativ” einfach über die bestehende User-API scripten. Aber auch hier wäre eine App für nötig.

Nicht nur Initial. Jedes Schuljahr.

meinte ich damit - jedes Jahr initial :slight_smile:

Ja. Wir bieten eine Full-Managed Lösung an. Sodass der Kunde am Ende sich nur um seine Daten kümmern muss. Die komplette Administration machen wir dann sowie ein tägliches Backup.

Hallo devnull,
vielen dank für deine Informationen. Für unsere Schule ist es zunächst wichtig, dass die Daten in Deutschlang gehostet werden. Die Nextcloud sollte - meiner Meinung nach - NICHT in der Schule stehen, sondern dass sollte ein Anbieter erledigen. Das Kostet dann Geld, das ist uns klar.

Ich habe mal mit dem Kalkulator herumgespielt, den du gepostet hast. Da wir ca 3000 SuS haben wird das schnell deutlich vierstellig :thinking: Soviel Geld wird sicherlich nicht investiert werden. Dadurch haben wir aber auf jeden Fall schon mal eine Hausnummer.

Danke auch für die Präsentation - ist die von dir selbst?

Gruß, virgul.

Hallo Jimmy,

ich komme auf keine Kommandozeile. Das ist so ein “friss oder stirb”-Angebot. Die Funktionen der Nextcloud selbst waren aber bisher so überzeugend, dass ich mich (und auch einige andere) da sehr schnell mit angefreundet habe. Das merke ich erst jetzt … wo sie nicht mehr da ist!! :sob:

Meine Idee war nicht mit 5 EUR die ganze Schule auszustatten :grinning:. Nach der Erfahrung mit unserem “Nextcloud-Shutdown” wollte ich wissen, wie sowas verhindert werden kann. Dein Hinweis ist aber richtig. Bei uns sind’s aber eher tausende Nutzer.

Danke und Gruß, virgul

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Also ganz so schlimm ist es nicht … aber fast. Wir werden zwar von einem Systemhaus betreut, die kennen sich auch gut mit Netzwerktechnik und Servern aus, sind aber keine große Hilfe bei der pädagogischen Bedeutung einer Lernplattform.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob SuS einen eigenen Zugang benötigen … man kann ja alles auch an “Externe” teilen … vielleicht wären auch Klassenordner/-user denkbar, weiß nicht so genau. Was bedeutet zentrales ldap? Welchen Nutzen hätten wir davon?

Danke und Gruß, virgul

Ja, du hast Recht. Wir haben aber in unserer Schule eine gut geschulte Moodle-Fraktion (zu der ich NICHT gehöre). Ich würde aber den von Dir beschriebenen Workflow Moodle zuschreiben, oder? Ich habe irgendwo gelesen, dass es möglich ist die Nextcloud mit Moodle zu verheiraten?

Danke und Gruß, virgul