Ich suche eine neue Cloudlösung, die auch Support bietet. (Über Nextcloud bin ich auf Ionos gestoßen, die einen Nextcloud Support für 6 EUR pro Monat bieten, aber mein Land war nicht in der Auswahlliste, auch der Chat Support war nicht zu erreichen, also keine gute Lösung für mich.)
Ich möchte Fotos und Videos sichern, insgesamt unter 500GB, aktuelle kleine Dateien zum Arbeiten an mehreren Rechnern für den täglichen Gebrauch, deshalb möchte ich einen mobilen und einen Desktpo Client (iOS). Wäre Nextcloud ohne kostenpflichtigen Support eine Lösung für mich? Wie schnell bekommt man Antworten beim Community Support? Muss man alles auf Englisch schreiben?
Danke!
Erst einmal ist Nextcloud keine Sicherung von Dateien. Nextcloud ist eine Software zur Kollaboration von Dateien entweder mit Dritten oder mit sich selbst
Die Daten werden synchron gehalten zwischen Nextcloud (Server) und den Clients. Da sie synchron sind, stellt eine Nextcloud-Instanz erst mal keine Sicherung dar. Sie bietet aber andere Vorteile wie z. B. das Teilen von Dateien mit Dritten.
Du solltest einfach erst mal langsam starten. Es gibt kostenlose Nextcloud Hoster, wo du z. B. erst mal ein paar GB bekommst. Z. B. bietet dir die Telekom mit MagentaCLOUD eine echte (sogar auf Wunsch kostenlose) Nextcloud an, die nur ein wenig Magenta eingefärbt ist. Du kannst auch dafür die Standard-Nextcloud-Apps verwenden. Ich denke für den Einstieg wäre das schon mal was. Die Telekom ist hier ein zuverlässiger Anbieter und als auch Nicht-Kunde bekommst du aktuell 3 GB umsonst. Telekom-Kunden bekommen sogar 15 GB kostenlos.
Nextcloud selbst ist eine freie Software. Das heißt nicht, dass die Nextcloud selbst kostenlos sein muss. Da es aber freie Software ist, kannst du sie sogar selbst zuhause oder bei einem Provider betreiben. Für 500 GB solltest du so zwischen 5 und 10 Euro kalkulieren (Telekom MagentaCLOUD, Managed Nextcloud von IONOS, Hetzer Storage Share, …). Trotz aufgeführter redundanter Speicherung beim Provider ersetzt es das Backup nicht.
Wenn du >>diese Angebote<< meinst, kaufst du damit keinen Support, sondern eine gemanagte Nextcloud-Instanz. Das bedeutet, dass IONOS die Instanz hostet, Updates durchführt und du sie einfach benutzt. Ein gewisses Mass an Support ist natürlich dabei, wenn es Probleme gibt. Ich nehme aber nicht an, dass in den 6 €/Monat ein zweitägiger Einführungskurs oder ein Supportmitarbeiter, der sich einen halben Tag Zeit nimmt, um alle Clients mit dir einzurichten, enthalten ist. ![]()
Dann bieten sie den Dienst wahrscheinlich für dein Land nicht an. Warum das so ist, kann dir nur IONOS sagen. Hast du schon einmal versucht, die auf der Startseite angegebene Telefonnummer anzurufen?
Ja, dafür wären die oben verlinkten Angebote denke ich gut geeignet.
Du kannst einen Nextcloud Server auch selber hosten: auf einem Webhosting, auf einem VPS (Virtual Private Server) bei einem Cloudanbieter oder auf deiner eigenen Hardware zu Hause oder im Büro. In diesem Fall wärst du aber komplett selbst für den Betrieb verantwortlich, es sei denn, ein IT-Dienstleister übernimmt diese Aufgabe für dich. Solche Support-Verträge gibt es aber nicht für 6€/Monat. ![]()
Im Forum helfen primär Nutzer anderen Nutzern auf freiwilliger Basis. Eine Garantie auf Antworten gibt es demzufolge nicht.
Nein, aber du erreichst halt potenziell mehr Leute, wenn du auf Englisch postest. Mit Deutsch kommst du in diesem Forum aber relativ weit. ![]()
Da schließe ich mich den anderen beiden Kommentaren an. Nextcloud ist KEINE Sicherung!
Wie der Name schon sagt, ist es eine Cloudlösung.
Wenn es dir um eine “reine Sicherung” (Backup) geht, dann würde dir z.B. ein einfacher Onlinespeicher helfen. Als Beispiel kann ich dir den FTP Speicher von Hetzner empfehlen. Clients für PC und Smartphone gibt es genug.
Soll es dann doch eine Cloud für Fotos sein, dann gibt es auch eine Nextcloud bei denen. Da musst du dich auch um “fast nichts” kümmern.
Eine eigene Nextcloud auf einem VPS wäre auch möglich und interessant. Aber um Sicherheit und Pflege musst du dich dann selber kümmern. Auch Sicherung und Backup der Cloud ist dann deine Angelegenheit. Diese ist bei H inclusive.
Schau dir einfach mal die Storagebox und Storageshare beim H an.
Jup! Und ich möchte deshalb meine vorherige Antwort zu diesem Punkt noch präzisieren:
insgesamt unter 500GB, aktuelle kleine Dateien zum Arbeiten an mehreren Rechnern für den täglichen Gebrauch, deshalb möchte ich einen mobilen und einen Desktpo Client (iOS)
Ja dafür sind die Angebote gut geeignet.
Ich möchte Fotos und Videos sichern,
Dafür eher nicht. Oder sagen wir es so: Du kannst deine Handy-Fotos und -Videos über die Nextcloud-Mobile-App in die Nextcloud sichern. Das sollte aber nicht die einzige Sicherung sein, vor allem, wenn du auf diese von anderen Geräten aus zugreifst und sie über mehere Geräte synchronisierst.
Synchronisation ist kein Backup. Wenn du auf einem Client etwas aus Versehen löschst oder Malware erwischt, die alles verschlüsselt und das dann auf den Server zurücksynchronisiert wird, sind die Dateien auch auf dem Server gelöscht oder verschlüsselt. Und potenziell auch auf den weiteren Geräten, die sich mit deiner Nextcloud synchronisieren.
Mach also immer noch ein separates Backup. Entweder die Dateien regelmässig lokal auf einer externen Festplatte oder auf einem NAS sichern. Oder frage den Anbieter der Managed Nextcloud, ob er Backups macht/anbietet.
Ideal wäre es, beides zu haben. Backups der gesamten Instanz durch den Anbieter plus ein lokales Backup zumindest der wichtigsten Daten.
Ich kann nach über 10 Jahren selbst gehosteter Instanz von Nextcloud nur noch abraten.
Ewig unausgereifte Updates von Client UND Server. Brüche im Update-Pfad. Apps die auftauchen und wieder verschwinden.
Und jetzt das No-Go: kein connect zu Servern mit self-signed Zertifikat. Windows-Clients kann man downgraden, auf iOS funktioniert das nicht.
Für mich endet das Abenteuer Nextcloud mit der jetzt erzwungenen kompletten Neuinstallation einer Cloudlösung
Vermutlich gehe ich zurück zu ownCloud. Eine konservative Produktpolitik kommt erfahrungsgemäß der Zuverlässigkeit zu gute.
Ich bin dann mal weg…
Vielen Dank für die Antworten an alle. Bei ownCloud war ich früher, da fand ich den Support zu schlecht. Jetzt nutze ich Dropbox, die ich aber undurchsichtig finde. Eigentlich will ich von Dropbox schnellstmöglich weg.
Lokal habe ich Fotos und Videos auch auf zwei verschiedenen HDDs gesichert und mache regelmäßig Backups. Allerdings können die auch kaputt gehen, ich bin da vielleicht etwas zu panisch.
Eignet sich Nextcloud denn überhaupt für User außerhalb der EU? Zumindest die mobile App konnte ich ich im japanischen Appstore finden. Hetzer habe ich mir noch nicht angesehen, bei Telecom bin ich natürlich nicht.
Wie gesagt, geht es aber nicht nur um reine Sicherung von Dateien, sondern auch um das Teilen und Bearbeiten auf mehreren Rechnern.
Ihr würdet also dazu raten, Nextcloud nur für Letzteres zu benutzen, und zum Sichern weiter die HDDs zu nutzen?
Danke nochmal im Voraus für eure weiteren Tipps!
Lokal habe ich Fotos und Videos auch auf zwei verschiedenen HDDs gesichert und mache regelmäßig Backups. Allerdings können die auch kaputt gehen, ich bin da vielleicht etwas zu panisch.
Das ist doch schon mal gut und das solltest du auch beibehalten. Und ja, die können auch kaputtgehen, aber wohl eher nicht beide gleichzeitig. Die Gefahr bei lokalen Backups ist eher, dass im Falle eines Brandes oder Einbruchs die Daten verloren gehen können. Deshalb sollte man für die wirklich wichtigen Daten zusätzlich noch ein Offsite-Backup haben.
Eignet sich Nextcloud denn überhaupt für User außerhalb der EU? Zumindest die mobile App konnte ich ich im japanischen Appstore finden. Hetzer habe ich mir noch nicht angesehen, bei Telecom bin ich natürlich nicht.
Ja, natürlich eignet sich die Software Nextcloud für Nutzer ausserhalb der EU. Wenn du jedoch in Japan wohnst, wäre es vermutlich sinnvoller, einen Anbieter vor Ort zu finden. Ob es dort welche gibt und wenn ja, welche empfehlenswert sind, kann ich dir aber leider auch nicht sagen.
Ihr würdet also dazu raten, Nextcloud nur für Letzteres zu benutzen, und zum Sichern weiter die HDDs zu nutzen?
Das eine ersetzt nicht das andere. Das liegt nicht an Nextcloud, sondern gilt grundsätzlich für alle File-Synchronisationslösungen, egal, ob cloudbasiert oder nicht. Synchronisation bedeutet Gleichschalten, Abgleichen. Wird an einem Ende etwas geändert, werden diese Änderungen auch an den anderen Enden übernommen. Das ist auch so gewollt, aber aus bereits genannten Gründen taugt es halt nicht wirklich als Backup.
Ein Backup ist eine Sicherung des Datenbestands zu einem bestimmten Zeitpunkt. Idealerweise sollte dieses unveränderlich (Read-only) sein, sodass weder du als Benutzer noch Malware direkten schreibenden Zugriff darauf haben.
Vielen Dank! Dann schaue ich mir Hetzer mal an.
Eignet sich Nextcloud denn überhaupt für User außerhalb der EU? Zumindest die mobile App konnte ich ich im japanischen Appstore finden. Hetzer habe ich mir noch nicht angesehen, bei Telecom bin ich natürlich nicht.
Wie gesagt, geht es aber nicht nur um reine Sicherung von Dateien, sondern auch um das Teilen und Bearbeiten auf mehreren Rechnern.
Ihr würdet also dazu raten, Nextcloud nur für Letzteres zu benutzen, und zum Sichern weiter die HDDs zu nutzen?
Nach deinen ganzen Beschreibungen hier, würde ich dir einen “reinen” Dateiserver empfehlen. Da gibt es z.B. die StorageBox von Hetzner mit 1TB für etwas über 3Euro.
Das schöne an der StorageBox ist, dass du diese über eine große Vielfalt einbinden und darauf zugreifen kannst. Es bietet FTP, SFTP, SMB, WebDav, etc.
Du kannst es als virtuelles Laufwerk in Windows einbinden, es als WebDav Verknüpfung nutzen, z.B. im VLC Player als Medienserver, usw.
Wenn dir der Platz von 1TB nicht ausreicht, kannst du es auf 5/10/20TB aufstocken, aber auch jederzeit wieder verkleinern, ohne es neu einrichten zu müssen.
Für Android gibt es z.B. FileSyncPro für eine Synchronisation mit vielen Einstellungen. Auch für Windows und Linux gibt es verschiedene Programme und APPs für die Synchronisation.
Du bist hier nicht von einem Softwarehersteller abhängig.
Hetzner bietet für die StorageBox die Erstellung von Snapshots an.
Auch wenn das jetzt alles nach Werbung aussieht, aber ich bin mit denen sehr zufrieden.
Einzelnen StorageBoxen nutze ich excl. für Backups anderer Nextcloud Instanzen, nur damit es auf unterschiedlichen Systemen liegt.
Übrigens:
Da könnte man nun etwas Paranoia sehen…
Ich mach mit rclone alle paar Tage eine Spiegelung der StorageBoxen auf HDDs, welche bei mir Daheim an der Fritzbox hängen. Dazu nutze ich einen kleinen vServer mit VPN Tunnel zur Fritzbox. Dann bedarf es auch keiner lokalen Freigabe.
Vielen Dank für den Tipp, das sehe ich mir mal an.
Eventuell wäre ja auch die managed Nextcloud (Storage-Share) von Hetzner etwas für dich: Managed nextcloud: Günstiger Cloud Speicher
Da steht, dass sie automatische Backups auf ein andere Hostsystem machen: https://docs.hetzner.com/de/storage/storage-share/faq/backup-snapshot
Ein lokales Backup würde ich aber trotzdem noch erstellen, für den Fall, dass mal alle Stricke reissen, zum Beispiel, wenn Hetzner Mist baut oder du aus irgendeinem Grund den Zugang zum Hetzner-Account verlierst, und auch weil man aktuell noch keine einzelnen Dateien aus dem Backup wiederherstellen kann, sondern nur die ganze Instanz.
Übrigens:
Da könnte man nun etwas Paranoia sehen…
Ich mach mit rclone alle paar Tage eine Spiegelung der StorageBoxen auf HDDs, welche bei mir Daheim an der Fritzbox hängen.
Das ist keine Paranoia, denn Snapshots sind keine Backups. ![]()
@monisugi auch auf die Gefahr hin, dass ich wie eine kaputte Schallplatte klinge. Jeder sollte zumindest für die wichtigen Daten Backups haben. Wenn man zu Hause hostet, sollte man zusätzlich zum lokalen Backup immer noch ein Offsite-Backup haben. Wenn man Offsite hostet, gilt das natürlich auch, nur umgekehrt.
Und nein, weder RAID noch Snapshots noch ein Synchronisationsclient sind angemessene Ersatzlösungen für echte Backups!
Wenn dir deine Daten lieb sind, gibt es einfach keinen Weg um echte Backups herum, und du solltest aufhören, nach einem solchen zu suchen, sonst wirst du irgendwann Daten verlieren. Vielleicht auch nicht, gibt ja immer Leute, die Glück haben. Ist wie mit den Sicherheitsgurten im Auto: Man braucht sie nie bis man sie doch gebraucht hätte ![]()
This topic was automatically closed after 89 days. New replies are no longer allowed.