2 Nextcloud-Server miteinander verbinden, mit Nextcloud 25

Liebe Nutzer des deutschen Subforums.

hoffentlich könnt Ihr mir eine Empfehlung geben zum Thema “2 Nextcloud-Server miteinander verbinden”.

Ich betreibe einen Raspberry Pi mit einem QNAP TR-002 RAID-Gehäuse und 2x 4TB Harddrives als Nextcloudpi-Server (25.0.2) bei uns zu Hause.
Mehrere Computer und Handys synchronisieren sich mit dem Server seit Jahren sehr zufriedenstellend, zuverlässig und stets erreichbar über eine URL von No-IP.
Backups erledige ich von einem der Client-PCs auf eine externe Festplatte um dem Verlust von Daten vorzubeugen.

Nun habe ich mich vor einiger Zeit als Freiberufler selbständig gemacht. Systemadministrator meiner Büro-IT bin ich selbst.
Ich stehe vor der Herausforderung einen zweiten Nextcloud-Server in meinem Büro einzurichten, der meine Projektdaten speichert und gegebenenfalls Externen den Zugriff für den Up- und Download ermöglicht.

Gerne würde ich die beiden Nextcloud-Server miteinander verbinden, sodass sie sich automatisch synchron halten und die Daten sichern für den Fall, dass einer der beisen Server das zeitliche segnet.

Kann mir jemand einen Tipp geben, wie das umgesetzt werden kann?
Vielen Dank vorab und beste Grüße
Jan

Ohne dein Backup Konzept im Detail zu kennen vermute ich dass du damit nur die Daten ohne Datenbank sicherst. Das kann ausreichend sein… wenn man weiss was man nicht wiederherstellen kann. Ich würde eine server-seitige Sicherung inklusive der Datenbank empfehlen: Backup — Nextcloud latest Administration Manual latest documentation Spätestens wenn du beruflich Freigaben erstellst willst du diese im Fehlerfall auch wiederherstellen und nicht allen Partnern eine neue URL/Passwort etc mitteilen zu müssen (peinlich!)

Kurze Antwort: das geht nich so einfach. Es gibt mehrere Diskussionen hier (Suchbegriffe Master/Slave, Failover, Stand-by Server) - schaue nach wenn du Details erfahren möchtest.

Ausgehend von deinem Szenario bleibt noch die Frage: warum willst du 2 Server haben? 2 Server bedeuten doppelten administrativen Aufwand: updates, monitoring Backup, Testen des Restore etc… Wenn du auf einem Server mehrere Konten anlegst kannst du geschäftliche und private Daten getrennt halten (und sogar zum gleichen Client syncronisieren). Solange du nicht mit kritischen und sensiblen Daten, hantierst, welche komplette Trennung von Geschäft und Privat erfordern fährst du mit einer Instanz besser (die Frage hat sich vermutlich durch den Wunsch nach gegenseitigem Abgleich erledigt). und kannst deine Resourcen in bessere Administration investieren: richtiges 3-2-1 Backup, häufigere Updates etc…

Guten Morgen und vielen Dank für die Rückmeldung, wwe.

Deine Vermutung ist richtig. Meine Backups beinhalten nur die Ordner und Dateien, aber nicht die Datenbank einschließlich der Kalender und den Kontaktlisten.
Meine Backupstrategie werde ich überdenken müssen.

Der zweite Server hat in meinem Konzept aus folgendem Grund seine Daseinsberechtigung:
Sollte durch Brand, Einbruch oder einer anderen Katastrophe einer der beiden Server abhanden kommen, würde der zweite seine Bereitstellungs-Aufgaben trotzdem noch erfüllen.
Schade, dass das nicht unkompliziert möglich ist.

Lieben Gruß
Jan

@jata
Wie bereits @wwe geschrieben hat, ist es in deiner Konfiguration weit sinnvoller ein Backup/Restore-Konzept zu haben als eine Hochverfügbarkeitslösung 24/7 durch Synchronisation von zwei Servern usw. Schau erneut den Link von @wwe Backup und gleich auch Restore. Wenn du dein eigener Admin sein willst, solltest du das können. Hast du jemals versucht den Ernstfall zu proben? Bist du sicher, dass dein Backup ausreichend ist?

Besorg dir eine 10 Jahre alte Hardware und probiere dort den Restore aus, musst ja nicht den Namen bzw. das SSL-Zertifikat verwenden. Du musst das Backup/Restore nur soweit für dich notwendig testen und vor allen verstehen. Wie oft machst du Backups? Wie viel Datenverlust kann deine Firma verkraften? Eine Stunde, ein Tag, eine Woche, ein Jahr? Wie lang darf der Ausfall sein?

Vielleicht wäre es auch sinnvoller eine Managed Nextcloud zu besorgen. Es gibt genug deutsche Nextcloud Hoster, die dir gegen Geld eine gut gemanagte Nextcloud inkl. täglichem Backup usw. verkaufen. Viele Firmen nutzen ja auch Microsoft 365 bei Microsoft, warum nicht Nextcloud bei der Telekom, IONOS, Hetzner usw. und dann noch mit DSGVO und AV-Vereinbarung? Vielleicht gibt es auch einen Anbieter in deiner Umgebung.

Ich verstehe die Idee absolut. Der Punkt ist dass es technisch sehr schwer ist ein solches System umzusetzen - Datenbank schreibzugriffe syncronisieren ist ein grosses Thema… gerade wenn du 2 Systeme gegenseitig syncronisieren möchtest… Weiter kommt das Thema zum tragen - wenn ein System ausgefallen ist, und du das andere System in Betrieb hast (mit allen Daten) - woher soll der Client wissen dass es jetzt mit dem anderen System verbinden soll und dieses andere System jetzt authoritative für die Daten ist? was machst du wenn unterschiedliche änderungen an den Systemen durchgeführt werden (Konflikte)?

Es gibt durchaus Möglichkeiten systeme (geo-)redundant auszulegen, aber eher nichts für den Hobby-Admin, sowohl der wegen der Komplexität als auch Kosten…

In deinem Fall würde ich versuchen 1 System gut im Griff zu haben, den Restore zu üben damit man im Ernstfall schnell genug ist. Meistens ist ein Ausfall von wenigen Stunden durchaus verkraftbar - wir reden ja hier schon von einem seltenen und katastrophalen Ereignis… Ich empfehle Docker - wenn du das richtig machst kannst du das System sehr schnell wiederherstellen… (bedeutet aber Docker zu lernen und verstehen). Es gibt aber auch andere vergleichbare Lösungen zB VMs.

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Vielen Dank für die wichtigen Hinweise. Ich werde neu denken müssen.
Herzlichen Gruß
Jan

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Guten Morgen.
Ich möchte hier nur kurz mitteilen, wie meine Überlegungen weiter und schlussendlich in die Tat umgesetzt wurde.
Die Idee einer Managed Cloud fand ich super, die Kosten sind hoch, verglichen mit meiner selbst betriebenen Nextcloud, aber schließlich bin ich davon aufgegangen, dass ich als Gegenwert eine gute Lösung bekomme, die u. a. eben auch wichtige Thema Datensicherheit und Wiederherstellung abdeckt.
Daher habe ich mich Ende letzten Jahres für eine Managed Cloud von 1&1 / Ionos entschieden.
Leider ist jetzt der schlimmste für mich vorstellbare Fall eingetreten: Die Managed Cloud ist seit dem 13.09.2023 nicht mehr erreichbar und alle Daten wie Kalender, Kundendaten und Freigabelinks sind futsch.
Der Support sagte mir, dass es keine Backups gäbe. Dass die Daten zurzeit nicht “einfach” wiederhergestellt werden können und dass der Fall an die “Entwickler” weitergegeben wurde.
Überwiegend böhmische Dörfer für mich, ich kenne die Strukturen hinter “Nextcloud” nicht.
Was ich weiß: Meine Daten sind zum jetzigen Zeitpunkt erst mal weg.

So ein schlimmer Mist.

Das ist in der Tat der Super-GAU! :astonished:

Was ich aber nicht verstehe, das ist der Punkt, dass es keine Backups gäbe.
In der Produktbeschreibung von IONOS steht, dass es tägliche Updates von Webspace und Datenbanken gibt.
Was soll das bedeuten und was ist damit gemeint?

Eine Managed Cloud ohne Backup wäre wohl sehr schlecht gemanagt.
Was sagt die Haftpflichtversicherung von IONOS dazu?

Auf derselben Seite von IONOS kann man auch noch das Folgende lesen.