NC Newbie Fragen

Hallo liebe Community! Ich bin neu in diesem Forum und möchte in das Thema Nextcloud einsteigen. Ich habe ein paar AnfĂ€nger Fragen - und damit ihr mich richtig einschĂ€tzen könnt, vorab ein paar Infos ĂŒber mich:

48 Jahre, mĂ€nnlich, IT affin, (Ober-)Österreicher
Ich komme aus der SAP Ecke, aus dem analytischen Bereich (BI Dashboards etc.), kann ein bissl programmieren, betreibe daheim eine VMware mit ein paar SAP Instanzen, Windows Server, etc.

Linux war bisher nie so 100%ig mein Ding - aber gesehen hab ich‘s schon mal :grinning:

Ich hab auch eine Synology. Das Ding ist leider nicht so performant wie erhofft. Collaboration, Mailing, etc. ist eigentlich jetzt keine konkrete Anforderung an NC. Ich möchte (Stand heute) primĂ€r meine Synology ablösen. Als File Share und als „Photo-Station“ fĂŒr die Familie, mit Zugriffsberechtigungen und div. Annehmlichkeiten von der Syno: automatischer Photo Upload vom Handy, einfaches Backup, einfache Photo Freigabe an die Oma usw.

NC mag im Grunde ein Overkill dafĂŒr sein, aber ich hab Spass an der Technik, hab auch kein Problem, ein bisschen in Wartung zu investieren (solange ich kein Hardcore Linux Kenner dafĂŒr sein/werden muss). Und spĂ€ter sind ja auch weitere Ausbaustufen von NC denkbar.

Nun ein paar Fragen, auf die ich bisher keine eindeutige Antwort recherchieren konnte.

Es beginnt beim Image: ja, unter nextcloud gibts so eine Trial Version, angeblich ja „ziemlich“ funktionstĂŒchtig. Aber beim Install Script der Hinweis: 
only trial version - only for testing purposes 
 etc

Gut, bei Hansson IT gibt es Versionen, die man kaufen kann. Notwendig fĂŒr meine Zwecke oder nicht. Ich bin nicht in der Lage, das zweifelsfrei zu beantworten.

Bei den Kaufoptionen gibt es Staffelungen: 500GB, 1TB, 2TB. Was ist das denn? Ich will ja nix hosten lassen, ich mag meine eigenen Disks anfĂŒllen. Kein (offensichtlicher) Hinweis, wie diese Angaben zu verstehen sind.

Zum Speicher: ein bisschen Ausfallschutz hĂ€tte ich schon gerne (Raid). Wie kann ich meine Platten reinhĂ€ngen und dort dann (Gruppen-)Ordner anlegen? Geht das im Web Gui vom NC, muss man dazu in die Linux Eingeweide. Oder geht „extern“ (Datastore von VM) auch
?

Wer bis hierhin durchgehalten hat: Respekt! Wer sachdienliche Hinweise geben kann, die nicht dem Muster „du kannst das nicht/kauf eine Qnap
“ entsprechen, dem ist mein Dank gewiss.

Wer mir fĂŒr mein Szenario passendere Lösungen vorschlagen kann - gerne auch willkommen, solange es auf meiner VM laufen kann.

Vielen Dank vorab fĂŒr alle Antworten,
Lg Martin

Hallo Martin,

du kannst Nextcloud problemlos frei und kostenlos zu hause selbst betreiben. Man kann Nextcloud nicht kaufen - es ist OSS. So genannte Kaufoptionen dĂŒften kommerziel gehostete Anbieter sein - hier zahlst nicht fĂŒr Software an sich sondern fĂŒr den Service deine NC zu installieren, zu warten, upzugraden, Hardware, Storage usw - du kennst es ja von deinem Job.

Es gibt eine Menge unterschiedliche Optionen NC zu betreiben:

  • klassische Linux Distri (Debian, Ubuntu, Redhat whatever)
  • virtuelle Maschine (mit Linux - siehe oben)
  • Docker Container
  • selbst ein Raspi wird als geeignet angepriesen (warum nicht basiert auf Debian)
  • NAS Anbieter Synology und Qnap bieten glaube ich eigene Apps an (spĂ€testens mit Docker)
  • Hosting Anbieter haben oft vorkonfigurierte Packages um NC innerhalb des aktiven Hostings zu betreiben

Alle Systeme haben Vor- und Nachteile, je nach Vorkenntnissen, PrefĂ€renzen, eigener Motivation werden die Gewichtung unterschiedlich ausfallen
 Ich wĂŒrde mich informieren und dann passende Hardware/Hosting usw dazu suchen (Raid usw
)

Sobald du Nextcloud an sich am laufen hast sollte keinen grossen Unterschied machen (Perfomance/Backup/Aufwand/PrivatsphĂ€re ausgenommen) - du kannst die FunktionalitĂ€t durch Apps erweitern - man kann das System (an sich) weitgehend ĂŒber die GUI administrieren


Wobei die Nextcloud an sich fast schon der einfachere Teil ist - ich finde Backup/Restore, Security, Updates, Reverse Proxy/TLS certs/Monitoring deutlich komplizierter! -ich muss zugeben ich komme aus der Windows Ecke und nach langer Karriere als System Engineer im Microsoft Umfeld mein Zuhause befreien möchte und dabei keinen einfachen, sondern in meinen Augen richtigen und beschwerlichen Weg gehe :wink: indem ich jedes Teilsystem versuche zumindest im Ansatz zu verstehen und fĂŒr meine BedĂŒrfnisse einzustellen


Ich habe mich fĂŒr Docker entschieden. Das Grundsystem auf einem Qnap NAS (als Docker) war nach ein Paar Tagen und 3-4 Tutorials in Betrieb
 Jetzt nach 14-16 Monaten, 2 Major Upgrades von NC und 2 Hardware Migrationen (1. zu einem anderen NAS, 2. zu einem alten Destop PC als “Server”) kann ich sagen: Docker ist die richtige Wahl fĂŒr mich und Selfhosting ist relativ hard (zumindest wenn man weiss was man macht und versucht viel richtig zu machen).

Kuzer Fazit:

  • Nextcloud: Ja,
  • Richtige Technologie: deine Wahl
  • einfachster Weg deine Anforderungen umzusetzen: NAS von Sino od. Qnap mit passenden Apps

Rein aus Interesse. Poste doch mal die zugehörigen Links. Gerne kannst du mir den Link auch per PN schicken. ich denke aber, dass es sich eher um eine Hosting-Lösung im Internet handelt. Managed Nextcloud ist im ĂŒbrigen nicht unbedingt schlecht auch wenn es fĂŒr deinen Anwendungsfall nicht geeignet ist, da du deine Daten ja zuhause hosten willst.

Hallo!

Danke fĂŒr die bisherigen Antworten.

Ich bin irritiert. ZunĂ€chst ja alles kein Problem. Unter https://nextcloud.com/install/# → Get Nextcloud → Server packages → Appliances kann ich eine VM Version ziehen und installieren.

Dieser Hinweis im Startscript macht mich dann stutzig:
09-11-_2021_09-17-48

Das legt nahe, man möge sich fĂŒr den produktiven Einsatz von Nextcloud doch bitte auf der Seite von hanson it eine “richtige” Version holen.

Das ist ja jetzt keine fixe Idee von mir, was kaufen zu wollen - das ist der offizielle Hinweis im originÀren Startscript von Nextcloud.

Unter https://www.hanssonit.se/nextcloud-vm/ findet man dann entsprechende Optionen:
zwei

Die erste entspricht offenbar dem gleichen Image wie unter nextcloud.com bezogen werden kann und ist kostenfrei. Die anderen 3 kosten Geld.

Nach meinem VerstĂ€ndnis ist das nicht gehostet. Nach Bezahlung bekommt man einen Link mit einer fĂŒr 500GB oder 1TB oder 2TB vorkonfigurierten Maschine. Man zahlt wohl nicht fĂŒr Software und nicht fĂŒr das Hosten, sondern fĂŒr die Konfigurationsarbeit. Da spricht an sich ja nichts dagegen.

Aber ich hab in meiner vmware esxi jetzt 3 Datenspeicher mit jeweils 4 TB - die wĂŒrde ich nun gerne in einer Nextcloud Instanz als z.B. RAID5 Verbund nutzen. Bekommt man sowas irgendwie hin?

Vielen Dank nochmal.
Martin

Moin,
ich habe an meiner NC Selbst ein Raid 5, das RAID an sich wird aber nicht von der NC verwaltet sondern vom RAID Manager. In Nextcloud habe ich das Ergebnis aus dem RAID Manager dann einfach als Platte fĂŒr die Daten in NC angegeben.

Darf ich fragen warum du die Nextcloud in einer Virtualbox laufen lassen willst? Soweit ich informiert bin ist die Performance auf nativer hardware deutlich besser als in einer Virtualbox.

Ich habe es bei mir nativ auf einem Debian System installiert (Habe kein Docker, benutzt, da ich denke das es auf einem PI eh schon relativ begrenzte Performance hat und ein Docker ja noch zusÀtzlich Leistung zieht (Denke ich, kenne mich mit Docker nicht so aus)

Aber die Installation an sich ist eigentlich sehr einfach, was dann etwas komplizierter ist , ist die Konfiguration von nginx, aber das geht auch.

Ich hoffe es hilft mehr als es verwirrt xD
falls nicht frag gerne nach
LG
Moritz

@Matartin
Ich nutze die VM-Version nicht. Aber Entwickler wollen und mĂŒssen auch Geld verdienen. Selbst die Entwicklung des “freien” Nextclouds wird natĂŒrlich auf unterschiedlichen Wegen bezahlt.

Welche Hardware wolltest du denn zukĂŒnftig verwenden? Vielleicht fĂ€llt jemanden dazu dann was ein.

Hallo Moritz,

Danke fĂŒr deine Antwort.

Ich hatte frĂŒher einen Windows Server auf nativer Hardware laufen, dann noch eine Synology - und fĂŒr mein nicht ganz einfaches Netzwerk-Setup an SmartHome-Komponenten hab ich dann noch einen Mikrotik Router ins Netz gehĂ€ngt. SpĂ€ter wollte ich dann eine eigene Testumgebung fĂŒr SAP ABAP - da musste ich dann schon beginnen zu virtualisieren - das hab auf dem Windows Server via Hyper-V eigentlich ganz gut hinbekommen. Allerdings in der Verwaltung unbefriedigend, und als Typ-2 Hypervisor mit EinschrĂ€nkungen verbunden.

Irgendwann hat das alles so genervt, dass ich beschlossen hatte, zu virtualisieren, was möglich ist - auch die Synology (die virtualisiert ĂŒbrigens deutlich performanter lĂ€uft - aber gut, die Syno-HW ist auch kein BrĂŒller
). An sich bin ich mit diesem Setting recht zufrieden - in meinem Fall ist es ein Typ-1 Hypervisor (bare-metal - da liegt im Gegensatz zu Docker und VirtualBox ja kein “richtiges” OS dazwischen): performant, zentrale Verwaltung, weniger Hardware herumstehen, ich kann alles auf einmal Backup-en
 Die Kiste ist schon halbwegs potent und schafft das eigentlich ganz gut. Dabei möchte ich bleiben.

Ich bin guter Dinge, dass eine zusĂ€tzliche Nextcloud-Instanz das System nicht an seine Grenzen bringen wird (zumindest nicht fĂŒr das angepeilte Nutzungsszenario).

2 Fragen aber dann doch noch an dich:

  • “wie” hĂ€ngt man eine Platte ins NC - muss man dazu in den Linux Eingeweiden herumwerken oder geht das ĂŒber den Web Gui?
  • die wahrscheinlich zweite naive Frage: nginx benötige ich nicht zwingend, oder? Im Wesentlichen möchte ich NC eigentlich “nur” fĂŒr Filehosting einsetzen (als mehr oder weniger ĂŒberdimensionierten Ersatz fĂŒr die Synology).

Danke
LG, Martin

Vorab. Nextcloud ist nicht sowas wie z. B. CIFS/Samba usw. Es unterstĂŒtzt Webzugriff, WebDAV und eigene Clients. Das solltest du immer beachten. Ich glaube ich wĂŒrde es nicht fĂŒr TB-Datenmengen im eigenen Netzwerk verwenden. Falls du noch nie Nextcloud genutzt hast, so besorge dir doch einen Account bei einen kostenlosen Anbieter und probiere es erst mal mit ein paar Daten aus. Auch könntest du Nextcloud auf ein Testsystem erst mal installieren, um zu ĂŒben.

Nextcloud unterscheidet zwischen Primary Storage und external storage. Meiner Meinung nach sollte der Primary Storage möglichst alles abbilden. Du kannst aber auch erweiterten Speicher z. B. mit local, WebDAV, sftp, CIFS/Samba, einbinden.

Nextcloud ist ein Webservice und benötigt daher Port 80/443. Um nginx wirst du wohl nicht drumrumkommen. Auch solltest du es fĂŒr Lets Encrypt konfigurieren und somit ein echtes SSL Zerfitikat nutzen. Auch wenn es intern nicht notwendig wĂ€re, ist es sonst der reinste Schrott.

Hier mal zwei gute Anleitungen ohne VM:

Debian mit Apache2:
https://www.howtoforge.com/tutorial/how-to-install-nextcloud-on-debian-10

Ubuntu mit nxinx:
https://www.howtoforge.com/tutorial/ubuntu-nginx-nextcloud/

Kannst du auch mischen also Debian mit nginx oder Ubuntu mit Apache2. Dort steht auch alles ĂŒber Lets Encrypt. Vielleicht ist es ja interessant, um es mal auf einen Testsystem (+10 Jahre alten PC) zu installieren inkl. DynDNS, Port-Weiterleitung, Lets Encrypt usw.

Das ist jedoch schlecht :wink:

Aha, ok - der Nebel lichtet sich allmÀhlich. Ja, NC habe ich bereits installiert, mit ein paar Daten herumgespielt, Gruppenordner angelegt, mit Clients verbunden etc. Soweit wÀre ich eigentlich schon Feuer und Flamme gewesen, mich nÀher damit zu beschÀftigen.

“Nextcloud ist ein Webservice”. OK - aber das macht es ja nicht per se ungeeignet fĂŒr meine Zwecke. So gesehen ist Synology DSM auch nur ein Webservice. SSL / Lets Encrypt nutze ich auf der Syno auch.

Mein mangelndes Linux Wissen scheint hier aber tatsÀchlich hinderlich zu sein


Danke fĂŒr die Anleitungen. Ich will noch nicht ganz aufgeben, aber ich befĂŒrchte fast, die Lernkurve könnte zu steil werden fĂŒr mich.

LG, Martin

Etwas lernen ist immer gut. Leider kann jedoch der Frust groß sein, wenn irgendwann die Nextcloud crasht, das Backup unvollstĂ€ndig war und der Restore nicht funktioniert. Man muss z. B. wissen, dass etliche Information nicht im Filesystem, sondern in der Datenbank (z. B. MariaDB) liegen. Das sollte man sich alles anschauen, bevor man damit produktive Daten verarbeiten möchte. Und wenn man dazu nicht bereit ist, sollte man zuhause entweder eine recht dumme Hardware (z. B. USB-Festplatte an Router) verwenden oder die Daten in eine gemanagte Cloud auslagern, wo man fĂŒr Geld sich den IT-Service inkl. Backup und Restore kaufen kann. Und wenn nicht, dann waren die Daten wohl alle viel zu unwichtig.

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Um die Platte anzuhĂ€ngen musst du eigentlich nur die Config Datei von NC bearbeiten wenn ich es richtig im Kopf habe, und natĂŒrlich die Platte vorher im Systemmounten

Wo wir grade bei BackUp sind, ich mache einfach im Moment immer ein BackUp mit Rsync, einmal vom Betriebssystem und einmal von den Daten (Also der Raid Platte), ist das so ausreichend oder sollte ich lieber auch einzeln noch die Datenbanken extrahieren? Hab jetzt gedacht das die bei dem Betriebssystem mit dabei liegen mĂŒssten. (Betriebssystem heißt bei mir die komplette platte excl. /dev/","/proc/","/sys/","/tmp/","/run/","/mnt/externe1/","/media/","/lost+found/") Auf dem System lĂ€uft auch nur nextcloud, also geht auch nichts anderes verloren wenn ich einfach das System zurĂŒcksetze

Ja. Ein Datenbankdump ist ja nun wirklich einfach.

Aber vor allen solltest du mal ein Restore z. B. auf einem Testsystem durchfĂŒhren, ob das Backup wirklich ausreichend war. Denn das zeigt dir eigentlich nur ein Restore. Nicht dass der Schreck im Fehlerfall groß ist.