Ist Docker die Empfehlung und Zukunft?

Hallo Zusammen,
ich möchte eine neue Nextcloud installieren.
Bisher habe ich das immer zu Fuß gemacht.
Ubuntu Server, Apache, MariaDB, usw.

Jetzt stellt sich so langsam fĂŒr mich die Frage ob man eine neue Nextcloud nur noch unter Docker installieren sollte?
Ist das der richtige Weg und die Zukunft?

Vielleicht noch ein kleiner Hinweis:
Es sollen ca. 4 TB an Daten in der NC liegen.

Viele GrĂŒĂŸe
Arthur

Also ich mach das weiter zu fuß

Habe beides am laufen bei mir.

Vorteil von LAMP ist, es hinkt weniger hinterher (AIO ist aktuell 33, LAMP 34) und ich kann es wĂ€hrend den Updates vernĂŒnftig in einen maintenance mode setzten. Vorteil von AIO ist, Office und Ă€hnliches ist super einfach zu aktivieren.

Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, das auf einmal einiges Software als Docker-Container angeboten wird, was frĂŒher immer manuell installiert werden musste.

Und dadurch kam mir jetzt der Gedanke auf, dass das der bevorzugte Weg der Hersteller ist und das es vielleicht besser / einfach ist, alles am laufen und aktuell zu halten.

nun, es gibt die Community Docker-Container und es gibt AiO, das auch gedockert aber eine ganz eigene Geschichte ist.

Ich halte diese Entscheidung fĂŒr reine Geschmackssache. Und wie sehr/wenig du bereit bist, deine “Freiheit” aufzugeben
 denn natĂŒrlich kommt die Bequemlichkeit bei Docker bzw AiO mit einem Preis. Der muss bei dir und deinem Setup nicht ins Gewicht fallen aber unbestritten ist eben: bei einer Bare Metal-Installation kannst du im Prinzip machen was du willst, sie ist eben pflegebedĂŒrftiger.

Ich denke auch, man ist mit der manuellen Installation flexibler, aber man auch etwas mehr administrativen Aufwand

Und ich kenne mich mit Docker noch nicht wirklich gut aus.

IMHO ist der “Support” bei Docker hĂ€ufig besser.
Bei LAMP kann erst mal niemand ausschliessen, dass du nicht was seltsames gemacht oder was vergessen hast. Bei Docker ist es uniformer und damit einfacher.

Darum wird alles was nicht Docker ist, teils eher stiefmĂŒtterlich behandelt. Auch ein Grund, warum ich lieber auf Docker setzte.

Also ich hab etwas recherchiert und fasse mal meine Recherche zusammen.

Nextcloud AIO ist die Docker Variante von Nextcloud.
Sie ist schneller zu installieren und zu administrieren.
Eigentliche Empfehlung bei bei Nextcloud unter 100 Benutzern.

Und viele verschiedene Sachen sind per Click integrierbar, Office, Talk, Backup, AV, usw.

nein, das stimmt nicht
 im Gegenteil, Nextcloud AIO wird ohne BenutzerzahleinschrĂ€nkung explizit fĂŒr “corporate” und “enterprise” empfohlen und offiziell supported!

jain..

  1. es gibt AiO - das ist eher eine “Distribution” die ein schlĂŒsselfertiges System mit Docker bereitstellt
  2. und es gibt noch das “richtige” Docker community bzw mcro-services image
  3. es gibt noch 3rd-party Implementation zB von linuxserver.io

Das erste ist durch die Company gewartet, rund und einfach, hat aber Eigenheiten - zB werden die Container durch das System selbst verwaltet d.h. der AiO “mastercontainer” ist eine Art Orchestrator vergleichbar mit Portainer.. Das micro-services Image wird durch die Community gewartet, existiert in unterschiedlichen Varianten wie Apache oder Nginx+fpm und wird “manuell” durch den Admin mit docker oder beser docker-compose implementiert, damit ist es weitgehend mit der bare-metal Installation vergleichbar, auch wenn hier viele Aspekte einfacher sind (wenn man Docker im Griff hat). Der Admin muss weiterhin selbst Datenbank, redis, notify_push etc konfigurieren und betreiben (backup, monitoring)

Ich persönlich finde die 2. Variante besser und habe auch ein Guide geschrieben How to docker-compose with notify_push (2024) dass in etwa so einfach wie AiO ist aber pures docker-compose verwendet und damit IMO einfacher zu konfigurieren und troubleshooten ist. ein weiteres Vorteil ist dass man damit mehrere Instanzen von Nextcloud (zB unterschiedliche Versionen) parallel auf einem System betreiben kann - das geht auch mit AiO aber nicht so einfach.

Der Fokus und StĂ€rke von AiO ist Einfachheit - Alle notwendigen Komponenten sind dabei und werden gut vorkonfiguriert - sobald man den Wunsch/Bedarf an individuellen Konfigurationen oder HochverfĂŒgbarkeit oder hat andere Kompnenten hat (zB einen anderen Webserver) dĂŒrfte microservices oder bare-metal im Vorteil sein.

Die Grenze von 100 Benutzern ist nicht technisch sondern “kommerziell” weil AiO by default einen Limit eingebaut hat und fĂŒr mehr User einen Enterprise Support verlangt (kann man aber auch wegkonfigurieren wenn man möchte - moralische und kommerzielle und supporttechnische GrĂŒnde aussen vor).

Ich habe von solche Aussagen gehört, bin aber skeptisch dass man ein System das in vielen Bereichen hardcoded ist auf Enterprise Level skalieren kann (natĂŒrlich gibt es ein Kubernetes Helm Chart aber ich weiss nicht ob dann die KomplexitĂ€t höcher liegt als das micro-services Image).

Ich wĂŒrde sagen wenn man das Ding einfach nur benutzen möchte nimmt man AiO, sofern man weiter ins Detail gehen möchte ob bei Nextcloud oder auch Docker dann micro-services Image - das löst im Vergleich mit bare-metal viel Probleme zB Versionenhölle ist aber vergleichbar flexibel.

Man kann natĂŒrlich auch einen Hypervisor wie Proxmox nehmen und mehrere VMs laufen lassen - je nachdem ĂŒber welche Technologie der Admin hat und noch wichtger - welche Technologie er beherrscht kann ds eine oder andere einfacher/besser erscheinen. Die KomplexitĂ€t liegt nicht in der Installation sondern im Betrieb → 101: Self-hosting information for beginners

Vielen Dank fĂŒr die ganzen Infos.

Also, ich persönlich, habe bisher sehr, sehr wenig Erfahrung mit Docker gesammelt.

Ich bin so ein VM Typ, der fĂŒr jeden Dienst eine eigene VM aufsetzt.
Sei es VMware, Hyper-V oder Proxmox.
Und dann immer alles manuell installiert, eingerichtet und administriert.

Aktuell war der Plan eine Ubuntu Server VM unter Proxmox zuinstallieren, und darin dann die Docker Installation von Nextcloud durchzufĂŒhren.

Aktuell weiß ich nicht mehr, welche Variante ich installieren soll.

Ich bin von Nextcloudpi ĂŒber manuelle Installation zu AIO gewechselt. Nachteil von AIO ist, dass Nextcloud nicht immer brandaktuell ist. Wesentliche Vorteile fĂŒr mich sind: Automatischer deduplizierender Borg-Backup tĂ€glich (ein- und abstellbar) mit Aktualisierung der Container (sofern verfĂŒgbar), automatisches Update von Apps einmal die Woche, eine Auswahl von zusĂ€tzlichen Community-Containern und eine bequeme Web-OberflĂ€che fĂŒr die Administration. Ich hatte auch kein Docker-Know-how, aber mit Suchmaschine oder KI-UnterstĂŒtzung konnte ich bisher alle Probleme und Fragen lösen/beantworten.
Meine AIO-Instanz lÀuft als Debian-VM auf einem 3er Proxmox-Cluster aus Minipcs. Die Backups liegen in einem LXC auf einem anderen Node.

Ich habe bei mir mittlerweile sehr viele VM abgebaut und diese auf Docker umgestellt.
Bei mir lÀuft nur noch das notwendigste auf einer nativen VM der rest lÀuft mitlerweile auf Docker Containern.

Man sollte aber möglichst gutes Backup Konzept haben damit wenn was passiert das problemlos diese wiederherstellen kann.
Ich hatte mal eine AIO ausprobiert mir gefÀllt es nicht weil was die Performance angeht finde ich es unterirdisch.
Ich habe mir z.b ĂŒber meinen Truenas eine “nackte” Nextcloud installation gebaut ich mag sowas mehr.
Den Office Server habe ich seperat mit Collabora gebaut ist auch eigenstĂ€ndiger Container das kann sehr schön in Nextcloud einbinden. Mail brauche ich z.b nicht in Nextcloud dafĂŒr habe ich eine andere Lösung direkt auf meinem Mailserver habe ich ein Webinterface mit Multiuser Interface wo all meine Accounts drĂŒber verwalten kann. Vorteil ist halt bei Truenas dieser macht bevor man ein Update z.b von einem Docker macht erstmal einen Snapshot so kann ich wenn was nicht funktioniert wieder zurĂŒck zur alten Version. ZusĂ€tzlich habe noch Backup wo nur SQL DAtenbank sichere und dann habe ich noch Backup von den Daten selbst von der Installation die mit Veeam wegsichere.
Man sollte halt immer dieses 3-2-1 Konzept bei behalten. Zumal bei nextcloud gerne mal was nicht geht nach dem upgrade.

(post deleted by author)

Ob du nun Ubuntu, Debian o.d.Gl. nimmst bleibt sich sicherlich gleich.
Persönlich bin ich ein Freund von Debian (slim/minimal) und installiere mir das was ich wirklich brauche. FĂŒr den Grundbetrieb von Docker ist das nicht wirklich viel.
Der grĂ¶ĂŸte Teil meiner Container lĂ€uft mit einem Debian-Slim Image.

Mit VMs habe ich frĂŒher auch sehr viel gearbeitet. Vielleicht weil Docker auch noch nicht so gelĂ€ufig war. Mittlerweile setze ich es gerne ein, da es vieles vereinfacht.
Bei Container lassen sich Images im Handumdrehen austauschen. Ein kurzes Update/Upgrade gemacht und bei Problem gibt es noch das “alte” Image.
Eben mal Redis und MariaDB aktualisieren bedarf nur ein Image-Update.
Tja, und wenn mal wieder ein Providerwechsel ansteht?
Grundsystem mit Docker installieren und alle Container kopieren, starten, fertig.

Docker → Zukunft → weiß ich nicht - aber vorstellbar.
Im Moment → optimale Lösung
VMs → nein danke!

PS:
Auch wenn ich mit folgendem es nicht jedem Recht machen werde, ist es meine ganz persönliche Erfahrung:
Proxmox, Webmin, AIO, usw. etc. o.d.Gl. kommen mir nicht mehr auf mein System. Slim- oder Minimalpakete und installieren was nötig ist. Vieles Vorgefertigte ist in meinen Augen zu aufgeblasen und bietet Funktionen, welche zu 90% nicht gebraucht oder benötigt werden und teils viel zu aufgeblasen sind. Da ist sehr schnell, gerade fĂŒr Einsteiger, der eine oder andere Schalter ĂŒbersehen und ein Mailserver kann zum OpenRelay werden.
Aber !!! Jeder wie er es mag und verantworten kann.

PS2:
Mein letzter HomeServer hat vor ein paar Jahren den Geist aufgegeben. Da lief Docker und eine einzige VM drauf. FĂŒr mein SAT-IP System brauchte ich den DVB-Viewer-Server. Das war leider eine Windows-Software und lief bis zum Schluß unter Windows 7.
Xeon 1280, 32GB RAM, Nvidia Cuda Card,
 naja, ĂŒber den Stromverbrauch darf man nicht nachdenken. Alle meine VPSs kosten zusammen weniger.

Proxmox ist bascically ein Debian mit einem hĂŒbschen GUI.
Eine Nextcloud LAMP, in einer Debian VM, auf einem Proxmox host, ist vermutlich drölf mal weniger bloat als Docker AIO auf einer bare metal Debian oder noch schlimmer Windows :wink:

Promxox macht es dann in Kombination mit VLAN zudem einfach, Dinge zu isolieren.

Das ist ein fairer Einwand, besonders wenn nur Nextcloud Zuhause lÀuft.

Sorry, dreimillionen Einstellungen die ich nicht brauche/will.

:angry_face_with_horns: naja, wer’s braucht - FĂŒr Einsteiger Daheim brauchbar.

Caddy Image
MariaDB Image
Redis Image
Debian-Slim incl. PHP-FPM selfmade Image

Alles zusammen im eigenen Network isoliert.
Je eine IPv4 und IPv6 wird direkt durchgereicht.

Vielleicht mal Portainer nutzen, aber auch das ist mir zu aufgeblasen.

Da stimme ich dir zu, Deswegen Debian-Server mit KVM/QEMU und (wenn man es klicki-bunti mag) auf einem (oder mehreren) Linux-Clients den Virtual Machine Manager.

Da hat man dann alles wesentliche was man braucht um daheim einen oder mehrere VM’s zu betreiben.

Das schöne an Nextcloud ist ja, dass man sehr viele Alternativen hat und eben genau nicht auf eine fixiert ist. Meine ist weder Docker oder AIO, noch Bare Metal LAMP sondern LEPP.